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Presseerklärung: Linker Jugendverband gegen Förderung der Garnisonkirche (13.01.2010) PDF Drucken E-Mail

Die Linksjugend ['solid] Brandenburg kritisiert dieses Verfahren sowie die Prioritätensetzung bei der Förderung aufs Schärfste und fordert die Verantwortlichen zur sofortigen Stellungnahme auf. "Es kann nicht sein, dass das Land Brandenburg ein preußisches Relikt nach dem Anderen aufbaut, während in nahezu allen sozialen Bereichen Geld fehlt.", empört sich Josi Michalke von Linksjugend ['solid]: "Der kommende Haushalt und die Finanzkrise werden für das Land Brandenburg tiefe Einschnitte bedeuten - aber die rosa-rote Regierung fördert großzügig den Wiederaufbau einer Kirche, die den preußischen Militarismus verherrlicht und die Herrschaft der Nazis verharmlost."

Gefördert wird hier nicht die Aufarbeitung des historischen Schulterschluss zwischen christlich-konservativen Kräften der Weimarer Republik und den Nationalsozialisten - ein Schulterschluss, der einen der wichtigsten Schritte der Machtübergabe an Hitler darstellte. Nein, Ziel der Fördergesellschaft ist, dass "der befreiende Ruf des Evangeliums wieder von hier erschallt" (aus "Ruf aus Potsdam").

Der 21. März 1933 wird als "Missbrauch" der Garnisonkirche bewertet. Die offensichtliche Verbindung zur militaristischen und preußischen Tradition der Kirche, welche einen fruchbaren Nährboden für den Aufstieg der Nationalsozialisten schuf, wird völlig ignoriert.

Auf die Aufrufe der Träger_innen der Fördergemeinschaft und der Unterzeichner_innen des "Ruf aus Potsdam" folgten nur klägliche Spenden, sodass der Aufbau augenscheinlich in weite Ferne rückte. Dass ausgerechnet eine rot-rote Landesregierung nun den Finanzmangel aus staatlichen Geldern decken will, indem sie 2 Millionen Euro aus dem ehemaligen DDR-Vermögen in den Garnisontopf wirft, ist ein politischer Skandal. Mit der großzügigen Subventionierung der "Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche" scheint Ministerin Münch sich das Wohlwollen von Potsdams konservativem Bürgertum unter der Flagge einer sozialdemokratisch-sozialistischen Landesregierung erkaufen zu wollen.

Eine solche Entwicklung war absehbar seit die Koalitionspartner scheinbar ohne sozialpolitisches Problembewusstsein im Koalitionsvertrag eine zusätzliche Förderung der historisch-preussischen Park- und Schlossanlagen mit 280 Mio. Euro festschrieben.